Aventin Blog: Löwe
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Montag, 1. August 2016

Wie der Esel mit dem Löwen jagen ging | Fabel von Lessing


Als der Esel mit dem Löwen des Äsop, der ihn anstatt seines Jägerhorns brauchte, frühmorgens in den Wald zum Jagen ging, begegnete ihm ein anderer Esel von seiner Bekanntschaft und rief ihm freundlich zu: "Guten Tag, mein Bruder!"

"Unverschämter!" war die Antwort. 

"Und warum das?" fuhr jener Esel fort. "Bist du deswegen, weil du mit einem Löwen unterwegs bist, besser als ich und mehr als ein Esel?"

Lehre:
Hochmut ist der zur Schau getragene Stolz. Echter Stolz verbirgt sich. (Ernst Hohenemser)






Montag, 23. Mai 2016

Der Löwe mit dem Esel | Begleitung und Gesellschaft | Fabel von Lessing



Als der Löwe des Aesop mit einem Esel, der ihm mittels seiner fürchterlichen Stimme bei der Jagd behilflich sein sollte, in einen nahen Wald ging, rief ihm eine nasenweise Krähe, welche auf dem Ast eines Baumes saß, folgendes zu: "Da hast du ja einen schönen Begleiter und Gesellschafter bei dir! Schämst du dich nicht, mit einem Esel zu gehen?"

Darauf antwortete der Löwe: "Wen ich brauchen kann und wer mir behilflich ist, den kann ich ja wohl auch zeitweise an meiner Seite gehen lassen."

Lehre:
Ehre, wem Ehre gebührt. Recht, wem Recht zusteht





Montag, 14. März 2016

Wie der Löwe mit anderen Tieren auf die Jagd ging | Fabel von Aesop

Der Löwe, ein Schaf und andere Tiere gingen zusammen auf die Jagd. Der Löwe schwur, er wolle nach ihrer Zurückkunft alles Erbeutete mit ihnen redlich teilen. Als nun ein Hirsch in einem Sumpfe stecken blieb, wo gerade das Schaf Wache hielt, meldete dieses dem Löwen den Vorfall. Der Löwe eilte herbei, erwürgte den Hirsch und teilte die Beute in vier gleiche Teile. 

"Der erste Teil gehört mir", sagte er nun zu den Umstehenden, "weil ich der Löwe bin; der zweite, weil ich der Herzhafteste unter euch bin; den dritten müsst ihr mir als dem Stärksten überlassen, und den werde ich auf der Stelle erwürgen, welcher mir den vierten abspricht." 

So behielt der Löwe den ganzen Hirsch, ohne dass es seine Jagdgenossen auch nur wagen durften, darüber zu klagen. Sein Schwur galt nichts. 

Lehre:
Mit einem starken Gewalttätigen gehe nicht gemeinschaftlich auf Geschäfte aus, er teilet immer zum Nachteil des Schwächeren.





Montag, 29. Februar 2016

Vom Esel, vom Fuchs und vom Löwen | Falschheit und Verrat | Fabel von Aesop


Ein Esel und ein Fuchs lebten lange freundschaftlich zusammen und gingen auch miteinander auf die Jagd. Auf einem ihrer Streifzüge kam ihnen ein Löwe so plötzlich in den Weg, dass der Fuchs fürchtete, er könne nicht mehr entfliehen. Da nahm er zu einer List seine Zuflucht. Mit erkünstelter Freundlichkeit sprach er zum Löwen: "Ich fürchte nichts von dir, großmütiger König! Kann ich dir aber mit dem Fleische meines dummen Gefährten dienen, so darfst du nur befehlen." Der Löwe versprach ihm Schonung, und der Fuchs führte den Esel in eine Grube, in der er sich fing. Brüllend eilte nun der Löwe auf den Fuchs zu und ergriff ihn mit den Worten: "Der Esel ist mir gewiss, aber dich zerreiße ich wegen deiner Falschheit zuerst." 

Lehre:
Man liebt den Verrat, aber hasst den Verräter.





Montag, 7. Dezember 2015

Der Löwe und der Esel • Teamarbeit • Fabel von Aesop

Der Löwe und der Esel schlossen ein Bündnis und gingen miteinander auf die Jagd. Zufällig kamen sie zu einer Höhle, in welcher wilde Ziegen waren. Da beschlossen sie, dass der Esel in die Höhle treten und ein Geschrei machen solle, um die Ziegen zu erschrecken, damit sie aus der Höhle fliehen und der Löwe sich der Herauskommenden bemächtigen könne. 

Nachdem dies so geschah und der Löwe die meisten ergriffen hatte, trat der Esel wieder ins Freie und fragte seinen Gefährten, ob er denn nicht tapfer gekämpft und die Ziegen ordentlich heraus gescheucht habe. Der Löwe antwortete ihm: "Ich selbst hätte es nicht besser machen können und mich gefürchtet, wenn ich nicht gewusst hätte, dass du es bist." 

Lehre:
Teamarbeit • Ein jeder tue, was er besser kann, ein jeder nach seinem Vermögen.





Montag, 30. November 2015

Der Löwe, der Bär und der Fuchs • Streit • Fabel von Aesop

Ein Fuchs war einmal auf Jagd gegangen, einen guten Bissen zu erbeuten. Er war noch nicht lange unterwegs, als er ein lautes Streiten vernahm. Ein Bär schlug mit seinen Tatzen nach einem Löwen und fauchte ihn wütend an: "Ich war der erste beim Lamm. Die Beute gehört mir, ich habe das Tier gefangen." "Nein!" brüllte der Löwe zornig zurück. "Du lügst! Ich war als erster hier, und darum gehört die Beute mir." Er wehrte sich kräftig und schnappte mit seinen scharfen Zähnen nach dem Fell des Bären. 

Der Löwe und der Bär kämpften verbissen miteinander. Dem Fuchs erschien der Kampf endlos zu sein. Nicht weit entfernt lag die Streitbeute achtlos am Boden und er musste sich zusammenreißen, dass er sich nicht gleich auf das tote Lamm stürzte. Aber er war klug und sagte sich: "Sind die Streitenden erst erschöpft, dann können sie mir nichts mehr anhaben." 

Als der Bär und der Löwe nach unerbittlichem Kampf endlich kraftlos zusammenbrachen, waren sie tatsächlich nicht mehr fähig, sich zu rühren. Der Fuchs schritt nun furchtlos an ihnen vorbei und holte sich gefahrlos das gute Stück. Er verneigte sich noch höflich und sagte: "Danke, meine Herren, sehr freundlich, wirklich sehr freundlich!" Lachend zog er mit seinem guten Beutestück ab.

Lehre:
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.





Dienstag, 6. Oktober 2015

Der Prophet, der Wein und die drei Hüllen • Sage aus Maghrebinien

Als der Prophet dereinst in die Wüste wanderte, um zu kontemplieren, fand er im Geröll der Einöde ein Pflänzchen vor, das dort - ein offenbares Wunder - gewachsen war. Dem Fingerzeig des Herrn folgend, grub er es aus, um es in saftigeres Erdreich zu verpflanzen. Um es aber vor dem Verdorren zu beschützen, barg er es  in einem Vogelknochen, den er unweit fand. 

Der Keimling aber wuchs und wucherte alsbald über das Vogelbein hinaus, und der Prophet sah sich nach einem größeren Behälter um. Was er fand, war der gebleichte Knochen eines Löwen, und er barg das Reis in dessen Röhre.

Aber weiter und immer weiter wuchs das Pflänzlein und hatte bald das Löwenbein umrankt. Da klaubte der Prophet das Schienbein eines Esels auf, barg es darin und brachte es in seinen Garten. Dort setzte er es in die Erde, und alsbald ward die Rebe daraus.

So wird ein jeder, der vom Weine trinkt, nach dem ersten Glase beschwingt wie ein Vogel; trinkt er ein zweites, so erfüllt ihn der Mut des Löwen; nach dem dritten aber wird er sich gebärden wie ein Esel -:

Dies sind die drei Hüllen, in denen der Prophet die Rebe geborgen hat.




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Montag, 29. Juni 2015

Drei Stiere und der Löwe • Eintracht • Fabel von Aesop

Drei Stiere schlossen miteinander ein Bündnis, jede Gefahr auf der Weide mit vereinten Kräften abzuwehren; so vereinigt, trotzten sie sogar dem Löwen, dass dieser sich nicht an sie wagte. 

Als ihn aber eines Tages der Hunger arg plagte, stiftete er Uneinigkeit unter den Stieren. Diese trennten sich, und nach nicht acht Tagen hatte er alle drei, jeden einzeln, angegriffen und verzehrt. 

Eintracht gibt Stärke und Sicherheit, Zwietracht bringt Schwäche und Verderben.





Dienstag, 9. Juni 2015

Der Wolf und die Tiere • Unersättlichkeit • Fabel von Hanakdan

Der Kanzler des Löwen, der Wolf, ward von allen Tieren verklagt, dass kein lebendiges Geschöpf vor seinem Räuberzahn sicher sei. "Der Unersättliche", klagten sie, "macht den Wald zur Einöde, unsere Weiber zu Witwen und unsere Kinder zu Waisen." Der König zürnte und verwies dem Wolf seine Grausamkeit mit harten Worten. "Das Vergangene ist nicht mehr zu ändern", setzte er königlich hinzu; "aber in Zukunft hüte dich vor Gewalttätigkeit. Begnüge dich mit den toten Tieren, die du auf dem Felde findest, und schwöre, dich zwei ganze Jahre alles Fleisches zu enthalten für jedes lebendige Tier, das du dich zu erwürgen gelüsten lässest." Der Wolf schwur und ging von dannen. 

Wenige Tage nachher überfiel ihn ein grausamer Hunger, und er sah ein fettes Schaf auf der Wiese weiden. Da kämpften in ihm Gedanken mit Gedanken. "Zwei Jahre kein Fleisch zu genießen. - Die Strafe ist hart, und ich habe geschworen. - Doch in jedem Jahre sind dreihundertundfünfsechzig Tage. Tag ist, wenn ich sehen, und Nacht, wenn ich nicht sehen kann. So oft ich also die Augen verschließe, ist Nacht, und wenn ich sie wieder auftue, so wird es Tag." - Schnell blinzte er die Augen zu und tat sie wieder auf; da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. Er zählte zwei volle Jahre. "Nun", sprach er, habe ich für die Sünde zum Voraus gebüßt", ergriff das Schaf und würgte es. 

Die Fabel lehrt, dass ein Räuber leicht Mittel findet, den kräftigsten Eid zu vereiteln.







Dienstag, 26. Mai 2015

Der Löwe und der Fuchs • Verräterische Spuren • Fabel Babrios

Der Löwe war alt geworden und so entkräftet, dass er nicht mehr zur Jagd ausziehen konnte. Wie ein Kranker lag er in seiner Felsenhöhle, keuchte, als wäre es schlecht mit ihm bestellt, und tat, als könne er nur ganz leise sprechen. Zu allen Tieren kam die Botschaft von der Krankheit des Königs, und in ihrer Betrübnis eilten sie herbei, um ihn zu besuchen. Wie sie aber so einzeln in seine Höhle kamen, packte sie der Löwe und fraß sie auf, sodass es ihm trotz seinem Alter recht wohl erging. 

Auch der schlaue Fuchs kam zur Löwenhöhle, aber er durchschaute den Löwen, blieb am Eingang stehen und fragte teilnahmsvoll: "Wie geht es dir, mein König?" Der Löwe hieß ihn willkommen und nannte ihn seinen Liebling, den er von allen Tieren am meisten schätze. "Aber tritt doch ein", fuhr er fort, "komm doch und heitere mich mit deinen Scherzen auf - es geht mit mir zu Ende!" - "Mögest du doch genesen!" wünschte ihm der Fuchs. "Mir aber verzeihe, wenn ich mich entferne. Ich sehe hier die Spuren so vieler Tiere, die in deine Höhle führen; zeige mir doch eine, die aus deiner Höhle wieder herausführt!" 







Donnerstag, 2. April 2015

Der Löwe und der Sufi • Allegorie über Gottvertrauen

Der Sufi Ibrahim Al-Khauwas berichtet: „Eines Tages kam ich in der Wüste zu einem Baum an einer Wasserstelle und erblickte – mir zugewandt – einen gewaltigen Löwen. Ich gab mich Gott anheim. Als sich der Löwe näherte, lahmte er. Er kam, ließ sich vor mir nieder und brüllte laut. Ich sah an seiner Tatze ein eitriges Geschwür, ergriff einen Stock und spaltete die Tatze, damit sie von dem Eiter, der sich angesammelt hatte, frei wurde. Ich band einen Lappen um die Tatze, und der Löwe stand auf und verschwand. Nach einer Stunde kam er wieder, mit allen seinen Jungen. Sie umringten mich, wedelten mit den Schwänzen und legten eine Lende vor mich hin.“








Mittwoch, 25. Februar 2015

Tiger und Löwe | Wahl zum König der Tiere | Fabel von Aesop


Als der König der Tiere neu gewählt werden sollte, sah es so aus, als würde diesmal der Tiger gewinnen. Da versprach der Löwe großzügig seinen Untertanen noch reichere Beute und für jeden größere Anteile davon, schönere Wohnungen und bessere Schulen. Das gefiel allen - sie wählten ihn wieder.

Aber als die Versprechungen nicht eingelöst wurden, erinnerten Unerschrockene seine Majestät eindringlich auf seine Worte. "Unmögliches kann auch ich nicht halten", meinte der Löwe abweisend. "Das müsst ihr verstehen!"

Nach einigem Nachdenken gelang das dann auch vielen den König wieder zu verstehen - und sie huldigten ihm wie zuvor und betrachteten ihn weiter als ihren erhabenen Herrscher. 





Mittwoch, 18. Februar 2015

Der Löwe und die Maus | Der Gegendienst | Fabel von Aesop

http://aventin.blogspot.de/2015/02/der-lowe-und-die-maus-der-gegendienst.html

Ein paar Mäuse sprangen mutwillig um einen schlafenden Löwen herum, und da er sich nicht rührte, begannen sie sogar auf ihm herumzutanzen. 

Da wurde er wach und hatte gleich eine von ihnen gepackt. "Ich bitte dich" flehte die Maus, "schone mein Leben, ich will es dir auch gerne mit einem Gegendienst vergelten." Da musste der Löwe lachen und ließ sie los. Nach einiger Zeit aber verfing er sich in den Netzen der Jäger und vermochte sich auch mit aller Kraft nicht mehr aus den Schlingen zu befreien. Da kam die Maus herzugelaufen und nagte mit emsigem Zahn eine von den Schleifen entzwei, eine einzige nur, aber auch die anderen begannen davon aufzugehen, und der Löwe konnte seine Fesseln zerreißen. 

Lehre:
Keiner ist so gering, dass er nicht auch einmal einem Mächtigen zu helfen vermag. 





Dienstag, 10. Februar 2015

Der Löwe, der Esel und der Fuchs | Teilung der Beute | Aesop

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Der Löwe, der Esel und der Fuchs schlossen einen Bund und gingen zusammen auf die Jagd. Als sie große Beute gemacht hatten, befahl der Löwe dem Esel, er solle diese teilen. Der Esel machte darauf drei gleiche Teile und sagte dem Löwen, er möge sich seinen Teil selbst wählen. Der Löwe geriet darüber in Zorn und zerriss den Esel. 

Sodann verlangte der Löwe vom Fuchs, nun solle er teilen. Da schob der Fuchs fast die ganze Beute auf einen Haufen zusammen und ließ für sich selbst nur ein paar kleine Stücke übrig. Der Löwe lächelte zufrieden und fragte den Fuchs: "Nun sage, was hat dich gelehrt, so richtig zu teilen?" Der Fuchs antwortete: "Das Schicksal des Esels!" 

Lehre:
Gib dem Kaiser was des Kaisers, dem König was des Königs ist und dem Bettelmann einen Bettel!







Montag, 26. Januar 2015

Der Löwe, der Wolf und der Fuchs | Gute Gesinnung | Fabel von Aesop

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Ein alter Löwe lag krank in seiner Höhle. Alle Tiere erschienen, um den König zu besuchen, nur der Fuchs nicht. Dies bot dem Wolf die Gelegenheit, den Fuchs bei dem Löwen zu verleumden. Er sagte dem Löwen, dass der Fuchs den Herrscher über alle Tiere nicht achte und deshalb nicht zu Besuch käme.

Mittlerweile war aber auch der Fuchs erschienen und hatte die letzten Worte des Wolfes noch vernommen. Der Löwe brüllte den Fuchs an. Der aber bat um Frist zu seiner Verteidigung und sprach: "Wer von allen hier Versammelten hat dir so viel genützt wie ich, der ich überall herumgegangen bin, um mir von einem Arzt ein Heilmittel für dich empfehlen zu lassen?" 

Als nun der Löwe befahl, dieses Heilmittel auf der Stelle zu nennen, antwortete der Fuchs: "Es besteht darin, dass du einem Wolf lebendig das Fell abziehst und dich darin hüllst, solange es noch ganz warm ist." Im Nu lag der Wolf niedergestreckt am Boden. 

Da sagte der Fuchs scheinheilig: "Man muss nicht üble, sondern gute Gesinnung bei den Herrschern erwecken." 

Lehre: 
Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein oder wer zuletzt lacht, lacht am besten.






Montag, 19. März 2012

Der Löwe und die Mücke | Stolz | Fabel von Aesop


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Eine Mücke forderte mit den übermütigsten Worten einen Löwen zum Zweikampf heraus: "Ich fürchte dich nicht, du großes Ungeheuer", rief sie ihm zu, "weil du gar keine Vorzüge vor mir hast; oder nenne sie mir, wenn du solche zu haben glaubst; etwa die, dass du deinen Raub mit Krallen zerreißt und mit Zähnen zermalmst? Jedes andere feige Tier, wenn es mit einem Tapferen kämpft, tut dasselbe, es beißt und kratzt. Du sollst aber empfinden, dass ich stärker bin als du!" Mit diesen Worten flog sie in eines seiner Nasenlöcher und stach ihn so sehr, dass er sich vor Schmerz selbst zerfleischte und sich für überwunden erklärte.

Stolz auf diesen Sieg flog nun die Mücke davon, um in alle Welt hinaus zu posaunen, wie stark sie sei. Dabei übersah sie aber das Gewebe einer Spinne und verfing sich in demselben. Gierig umarmte sie die Spinne und sog ihr das Heldenblut aus. Sterbend empfand die Mücke ihre Nichtigkeit, indem sie, die Siegerin über den Löwen, einem so verächtlichen Tier, einer Spinne, erlag.

Lehre:
Hochmut kommt vor dem Fall.






Montag, 23. Januar 2012

Der Löwenanteil | Kuh-Ziege-Schaf-Löwe | Fabel von Aesop

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Eine Kuh, eine Ziege und ein Schaf schlossen mit einem Löwen Freundschaft. Als sie in einem Gebirge auf Jagd gegangen waren, brachten sie einen großen Hirsch zur Strecke und wollten ihn teilen. Da sprach der Löwe: "Den ersten Teil erhalte ich, weil ich der Löwe bin; der zweite gehört mir, weil ich so viel stärker bin als ihr. Den dritten Teil nehme ich für mich in Anspruch, weil ich mehr gelaufen bin als ihr, und wer endlich den vierten anrührt, der muss mit meiner Feindschaft rechnen." So trug er dank seiner Unverschämtheit die ganze Beute allein davon.


Lehre:
Die Fabel mahnt, wenn man sich mit Mächtigen einlassen sollte, vorsichtig zu sein. In einem Sprichwort heißt es: Immer wenn Mächtige mit Armen teilen sollten, ging es nicht ganz ordentlich zu. Außerdem: Mächtige sind oftmals auch keine Vegetarier wie Kuh, Ziege und Schaf!









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