Aventin Blog: Aesop
Posts mit dem Label Aesop werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Aesop werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 23. Mai 2016

Der Löwe mit dem Esel | Begleitung und Gesellschaft | Fabel von Lessing



Als der Löwe des Aesop mit einem Esel, der ihm mittels seiner fürchterlichen Stimme bei der Jagd behilflich sein sollte, in einen nahen Wald ging, rief ihm eine nasenweise Krähe, welche auf dem Ast eines Baumes saß, folgendes zu: "Da hast du ja einen schönen Begleiter und Gesellschafter bei dir! Schämst du dich nicht, mit einem Esel zu gehen?"

Darauf antwortete der Löwe: "Wen ich brauchen kann und wer mir behilflich ist, den kann ich ja wohl auch zeitweise an meiner Seite gehen lassen."

Lehre:
Ehre, wem Ehre gebührt. Recht, wem Recht zusteht





Montag, 14. März 2016

Wie der Löwe mit anderen Tieren auf die Jagd ging | Fabel von Aesop

Der Löwe, ein Schaf und andere Tiere gingen zusammen auf die Jagd. Der Löwe schwur, er wolle nach ihrer Zurückkunft alles Erbeutete mit ihnen redlich teilen. Als nun ein Hirsch in einem Sumpfe stecken blieb, wo gerade das Schaf Wache hielt, meldete dieses dem Löwen den Vorfall. Der Löwe eilte herbei, erwürgte den Hirsch und teilte die Beute in vier gleiche Teile. 

"Der erste Teil gehört mir", sagte er nun zu den Umstehenden, "weil ich der Löwe bin; der zweite, weil ich der Herzhafteste unter euch bin; den dritten müsst ihr mir als dem Stärksten überlassen, und den werde ich auf der Stelle erwürgen, welcher mir den vierten abspricht." 

So behielt der Löwe den ganzen Hirsch, ohne dass es seine Jagdgenossen auch nur wagen durften, darüber zu klagen. Sein Schwur galt nichts. 

Lehre:
Mit einem starken Gewalttätigen gehe nicht gemeinschaftlich auf Geschäfte aus, er teilet immer zum Nachteil des Schwächeren.





Montag, 7. März 2016

Die Katze und der Hahn | Absicht und Vorsatz | Fabel von Aesop


Eine Katze, der ganz elend war vor Hunger, begegnete einem Hahn. "Gockel!" sagte sie, "du bist des Todes! Die Menschen wollen endlich ihre Ruhe haben! Sie leiden es nicht länger, dass du sie jeden Morgen in der Frühe - fast noch mitten in der Nacht - mit deinem Geschrei aus dem süßen Schlaf reißt." 

"Da irrst du, Katze", widersprach der Hahn, "die Menschen haben mich eigens dazu bestellt, dass ich sie am Morgen beizeiten zu den Geschäften rufe. Wenn ich sie nicht weckte, würden sie die kostbare Zeit verschlafen und wären mir sehr böse."

Die Katze, die auf diese Widerrede nicht vorbereitet war, meinte darauf: "Es gibt noch einen Grund, weshalb du sterben musst. Ein widerlicher Kerl bist du! Was soll man das für einen Betrieb nennen, in dem es Dutzende von Frauen gibt und nur einen einzigen Mann?! Der Anstand verbietet es mir, das Wort in den Mund zu nehmen. Pfui!" 

Der Hahn aber sagte: "Beherrsche dich! Es gibt gar kein Grund, mich zu beschimpfen. Die Natur hat es so gewollt, und die Menschen wollen es auch so. Dank meinem Wirken bekommen sie viele Eier."

Allein die Katze erwiderte: "Entschuldige dich, soviel du willst. Ich -- habe -- Hunger!" Und verzehrte den Hahn. 

Lehre:
Wer sucht, wird immer einen Grund finden.






Montag, 29. Februar 2016

Vom Esel, vom Fuchs und vom Löwen | Falschheit und Verrat | Fabel von Aesop


Ein Esel und ein Fuchs lebten lange freundschaftlich zusammen und gingen auch miteinander auf die Jagd. Auf einem ihrer Streifzüge kam ihnen ein Löwe so plötzlich in den Weg, dass der Fuchs fürchtete, er könne nicht mehr entfliehen. Da nahm er zu einer List seine Zuflucht. Mit erkünstelter Freundlichkeit sprach er zum Löwen: "Ich fürchte nichts von dir, großmütiger König! Kann ich dir aber mit dem Fleische meines dummen Gefährten dienen, so darfst du nur befehlen." Der Löwe versprach ihm Schonung, und der Fuchs führte den Esel in eine Grube, in der er sich fing. Brüllend eilte nun der Löwe auf den Fuchs zu und ergriff ihn mit den Worten: "Der Esel ist mir gewiss, aber dich zerreiße ich wegen deiner Falschheit zuerst." 

Lehre:
Man liebt den Verrat, aber hasst den Verräter.





Montag, 22. Februar 2016

Der Fuchs und der Bock | Von unüberlegtem Handeln | Fabel von Aesop

Ein Bock und ein Fuchs gingen in der größten Hitze miteinander über die Felder und fanden, von Durst gequält, endlich einen Brunnen, jedoch kein Gefäß zum Wasserschöpfen. Ohne sich lang zu bedenken, sprangen sie, der Bock voraus, hinunter und stillten ihren Durst. 

Nun erst begann der Bock umherzuschauen, wie er wieder herauskommen könnte. Der Fuchs beruhigte ihn und sagte: "Sei guten Muts mein Freund, noch weiß ich Rat, der uns beide retten kann! Stelle dich auf deine Hinterbeine, stemme die vorderen gegen die Wand und recke den Kopf recht in die Höhe, dass die Hörner ganz aufliegen, so kann ich leicht von deinem Rücken hinausspringen und auch dich retten!" 

Der Bock tat dies alles ganz willig. Mit einem Sprung war der Fuchs gerettet und spottete nun des Bocks voll Schadenfreude, der ihn hingegen mit Recht der Treulosigkeit beschuldigte. Endlich nahm der Fuchs Abschied und sagte: "Ich sehe schlechterdings keinen Ausweg zu deiner Rettung, mein Freund! Höre aber zum Dank meine Ansicht: Hättest du so viel Verstand gehabt als Haare im Bart, so wärest du nie in diesen Brunnen gestiegen, ohne auch vorher zu bedenken, wie du wieder herauskommen könntest!" 

Lehre:
Bedenke vorher was du tust.

Und die Moral von der Geschicht:
Schlechte Gesellschaft führt ins Elend.





Montag, 15. Februar 2016

Der Adler und die Dohle | Arroganz | Fabel von Aesop

Ein Adler stürzte sich hoch aus der Luft auf ein Lamm, fasste es mit seinen Krallen und trug es mit Leichtigkeit davon. Eine Dohle hatte dies mit angesehen, und da sie sich ebenso stark glaubte wie der Adler, flog sie auf einen Widder zu. Aber vergeblich bemühte sie sich, ihn fortzubringen, sie verwickelte sich in die Wolle und konnte nun auch nicht wieder davonfliegen. 

Als ein Hirte sie zappeln sah, haschte er sie, beschnitt ihr die Flügel und nahm sie seinen Kindern zum Spielzeug mit. "Ei! Ei!" riefen hocherfreut die Kinder, "wie nennt man diesen Vogel?" "Vor einer Stunde noch", antwortete der Vater, "hielt er sich für einen Adler, musste aber bald einsehen, dass er nur eine kleine Dohle ist." 

Lehre:
Wage dich nicht an Dinge, die deine Kräfte übersteigen; es gibt sonst zum Schaden noch Spott.





Montag, 25. Januar 2016

Der Landmann und der Storch ⋅ mitgegangen - mitgehangen ⋅ Fabel von Aesop


Ein Landmann stellte den Kranichen Netze und fing unter einer Menge derselben auch einen Storch. Dieser stellte sich lahm, bat um seine Freiheit, berief sich auf seinen guten Ruf, auf sein Verdienst in Vertilgung schädlicher Tiere und wie er ja schon dem Äußern nach den Kranichen nicht ähnlich sei. 


"Ist recht", sagte der Landmann, "allein ich behandle dich nach deiner schlechten Gesellschaft!"

Lehre:
Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen!








Montag, 18. Januar 2016

Der Frosch, die Ratte und die Weihe ⋅ Fabel von Aesop


Ein Frosch stritt mit einer Ratte um einen Sumpf. Der Frosch behauptete, dass er das Gewässer mit dem größten Rechte besitze; die Ratte hingegen, dass der Sumpf ihr gehöre und dass der Frosch ihr denselben abtreten müsse. Dieser wollte aber nichts davon hören, und so gerieten sie bei diesem Streit hart aneinander. 

Um wie viel besser hätten sie getan, wenn sie sich verglichen hätten; denn in der Hitze des Streites hatten sie nicht auf die Weihe geachtet, welche in der Ferne gelauert hatte und nun über die Kämpfer herfiel und beide zerriss. 

Lehre:
Wenn sich zwei Schwache zanken, so endigt oft ein dritter, Mächtigerer, zu seinem Vorteil den Streit.






Montag, 11. Januar 2016

Der Fuchs und der Storch ⋅ Goldene Regel ⋅ Fabel von Aesop


Ein Fuchs hatte einen Storch zu Gast gebeten, und setzte die leckersten Speisen vor, aber nur auf ganz flachen Schüsseln, aus denen der Storch mit seinem langen Schnabel nichts fressen konnte. Gierig fraß der Fuchs alles allein, obgleich er den Storch unaufhörlich bat, es sich doch schmecken zu lassen. 

Der Storch fand sich betrogen, blieb aber heiter, lobte außerordentlich die Bewirtung und bat seinen Freund auf den andern Tag zu Gast. Der Fuchs mochte wohl ahnen, dass der Storch sich rächen wollte, und wies die Einladung ab. Der Storch ließ aber nicht nach, ihn zu bitten, und der Fuchs willigte endlich ein. 

Als der Fuchs nun anderen Tages zum Storch kam, fand er alle möglichen Leckerbissen aufgetischt, aber nur in langhalsigen Geschirren. "Folge meinem Beispiele", rief ihm der Storch zu, "tue, als wenn du zu Hause wärest." Und er schlürfte mit seinem Schnabel ebenfalls alles allein, während der Fuchs zu seinem größten Ärger nur das Äußere der Geschirre belecken konnte und nur das Riechen hatte. 

Hungrig stand er vom Tisch auf und gestand zu, dass ihn der Storch für seinen Mutwillen hinlänglich gestraft habe. 

Lehre:
Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem anderen zu.







Montag, 14. Dezember 2015

Der Fuchs und der Waldarbeiter • Rechtschaffenheit • Fabel von Aesop


Ein vor Jägern fliehender Fuchs fand, nachdem er lange in der Wildnis herumgelaufen war, endlich einen Waldarbeiter und bat denselben inständig, ihn doch bei sich zu verbergen. Dieser zeigte ihm seine Hütte, worauf der Fuchs hineinging und sich in einem Winkel versteckte. 

Als die Jäger kamen und sich bei dem Manne erkundigten, so versicherte dieser zwar durch Worte, er wisse nichts, deutete aber mit der Hand nach dem Orte hin, wo der Fuchs versteckt war. Allein die Jäger hatten nicht darauf geachtet und entfernten sich sogleich wieder. 

Wie nun der Fuchs sie fortgehen sah, ging er wieder  aus der Hütte heraus, ohne etwas zu sagen. Als der Waldarbeiter ihm Vorwürfe machte, dass er ihm, durch den er doch gerettet worden sei, keinen Dank bezeuge, drehte sich der Fuchs nochmals um und sprach: "Ich wüsste dir gerne Dank, wenn die Werke deiner Hand und deine Gesinnung mit deinen Reden im Einklang ständen." 

Lehre:
Diese Fabel geht jene an, welche zwar die Rechtschaffenheit im Munde führen, deren Taten  jedoch das Gegenteil bezeugen.






Montag, 7. Dezember 2015

Der Löwe und der Esel • Teamarbeit • Fabel von Aesop

Der Löwe und der Esel schlossen ein Bündnis und gingen miteinander auf die Jagd. Zufällig kamen sie zu einer Höhle, in welcher wilde Ziegen waren. Da beschlossen sie, dass der Esel in die Höhle treten und ein Geschrei machen solle, um die Ziegen zu erschrecken, damit sie aus der Höhle fliehen und der Löwe sich der Herauskommenden bemächtigen könne. 

Nachdem dies so geschah und der Löwe die meisten ergriffen hatte, trat der Esel wieder ins Freie und fragte seinen Gefährten, ob er denn nicht tapfer gekämpft und die Ziegen ordentlich heraus gescheucht habe. Der Löwe antwortete ihm: "Ich selbst hätte es nicht besser machen können und mich gefürchtet, wenn ich nicht gewusst hätte, dass du es bist." 

Lehre:
Teamarbeit • Ein jeder tue, was er besser kann, ein jeder nach seinem Vermögen.





LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...