Der Esel, der Rabe und der Hirte • Hilfe oder Hohn • Fabel von Aesop | Aventin Blog

Montag, 2. November 2015

Der Esel, der Rabe und der Hirte • Hilfe oder Hohn • Fabel von Aesop

Auf einer Wiese weidete ein Esel, der sich von der Arbeit den Rücken wund geschunden hatte. Dies sah ein Rabe, flog auf den Esel zu, setzte sich auf dessen Rücken und fing an, mit dem Schnabel in das rohe Fleisch zu picken. Dies schmerzte den Esel sehr und obgleich er sich bemühte, den lästigen Gast los zu werden, gelang es ihm nicht. 

Wenige Schritte davon lag sein Hüter, welcher mit einem Wort oder einer Geste den Raben hätte vertreiben können. Der aber ergötzte sich an den tollen und possierlichen Sprüngen und Gesichtern, welche der Esel von Schmerz getrieben machte und lachte noch laut dazu. 

"Oh!" rief der Esel aus, "jetzt fühle ich wirklich meine Schmerzen doppelt, weil mich auch der noch verlacht, der mir helfen könnte und es auch sollte." 

Lehre: Statt Hilfe in der Not Hohn zu erhalten schmerzt doppelt.






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