Aventin Blog: Januar 2015

Samstag, 31. Januar 2015

Der Kaufmann, ein Diener und der Tod | Sage aus dem Maghreb

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Ein Kaufmann in Maghrebinien besaß zur Lust und Labe seines Alters einen wundervollen Rosengarten und einen Diener, ihn zu pflegen. Als er sich einmal in der kühlen Abendstunde in diesem Garten ergehen wollte, kam sein Diener atemlos gelaufen, warf sich zu seinen Füßen und flehte: "Herr, gib mir dein schnellstes Pferd, dass ich nach Samarkand entfliehen kann. In deinem Garten ist der Tod, und ich weiß, er ist gekommen, um mich zu holen." Der Kaufmann, der seinen Diener liebte, gab ihm sein schnellstes Pferd und einen Beutel Gold, und nachdem der Diener sich unter Dank und Segenswünschen davongemacht hatte, ging er zurück in seinen Garten. Dort traf er einen Jüngling von hohem Ernst und großer Schönheit an. "Guten Abend", sagte der Kaufmann. "Du bist der Tod? Bist du in Geschäften zu mir gekommen?" - "Nein", erwiderte der Tod, "ich verweile hier, mit deiner gütigen Erlaubnis, und erfreue mich an der Schönheit dieser Blumen. Ich bin auf Reisen, aber ich habe keine sonderliche Eile. Morgen erst muss ich in Samarkand sein, um dort deinen Diener zu treffen." 






Freitag, 30. Januar 2015

Der Bauer und seine Söhne | Einigkeit oder Zwist und Streit | Fabel von Aesop

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Ein Bauer hatte mehrere Söhne, die in dauerndem Unfrieden miteinander lebten. Vergebens redete er ihnen immer wieder zu, einträchtig zu sein, aber es half nichts.

Schließlich beschloss er, sie durch ein Beispiel zur Einigkeit zu bewegen. Er nahm ein Bündel Stäbe und forderte seine Söhne auf, sie als Ganzes zu zerbrechen. Die Söhne gaben sich alle erdenkliche Mühe, aber es gelang nicht. Da schnürte der Vater das Bündel auf und reichte ihnen die Stäbe einzeln, die sich auf diese Weise mit Leichtigkeit zerbrechen ließen.

"So", sprach der Vater, die Nutzanwendung ziehend, "werdet auch ihr unüberwindlich sein, wenn ihr einig seid; verharrt ihr aber in eurem Zwist untereinander, so werden eure Feinde leicht über jeden Einzelnen von euch Herr werden."






Donnerstag, 29. Januar 2015

Drei Dinge gegen Mühseligkeiten | Zitat von Immanuel Kant

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Der Himmel hat den Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: 
die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen. 







Mittwoch, 28. Januar 2015

Der Greis und der Tod | Besinnung | Fabel von Aesop

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Ein alter Mann fällte auf einem Berg Holz und lud es auf seine Schultern. Nachdem er sich mit seiner Last eine schöne weite Strecke ins Tal fort geschleppt hatte und ganz erschöpft war, warf er das Holz ärgerlich von seinem  Rücken ab und rief aus Unmut heraus den Tod herbei. Augenblicklich erschien nun aber dieser und fragte den Greis nach dem Grund seines Rufes. Da besann sich der Greis sichtlich erschrocken eines andern und antwortete verlegen: "Damit du diese Last aufhebst und sie mir wieder auflädst."

Lehre:
Im Angesicht des Todes erscheint manch anderes als geringeres Übel.








Dienstag, 27. Januar 2015

Der Angeber | hic rhodus - hic salta | Fabel von Aesop

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Ein Athlet, der sich seiner geringen Leistungen wegen in seiner Vaterstadt unbeliebt gemacht hatte, wanderte aus. Nach einigen Jahren wieder in die Heimat zurückgekehrt, prahlte er mächtig mit seinen sportlichen Leistungen, die er in verschiedenen auswärtigen Städten vollbracht habe. So habe er in Rhodos einen Sprung ausgeführt, den kein Olympiasieger zu überbieten vermöge; er habe, fügte er hinzu, die, welche dort dabei gewesen, zu Zeugen. 

Da nahm einer der Umstehenden das Wort und sagte: "Wenn das wahr ist, braucht es keine Zeugen. Wohlan, hier ist Rhodos, hier mach deinen Sprung!" 

Lehre: 
Die Glaubwürdigkeit sollte immer an Ort und Stelle überprüft werden.






Montag, 26. Januar 2015

Das schönste Los der Welt | Johann Wolfgang von Goethe

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Manches Herrliche der Welt
ist in Krieg und Streit zerronnen;
Wer beschützet und erhält,
hat das schönste Los gewonnen.









Der Löwe, der Wolf und der Fuchs | Gute Gesinnung | Fabel von Aesop

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Ein alter Löwe lag krank in seiner Höhle. Alle Tiere erschienen, um den König zu besuchen, nur der Fuchs nicht. Dies bot dem Wolf die Gelegenheit, den Fuchs bei dem Löwen zu verleumden. Er sagte dem Löwen, dass der Fuchs den Herrscher über alle Tiere nicht achte und deshalb nicht zu Besuch käme.

Mittlerweile war aber auch der Fuchs erschienen und hatte die letzten Worte des Wolfes noch vernommen. Der Löwe brüllte den Fuchs an. Der aber bat um Frist zu seiner Verteidigung und sprach: "Wer von allen hier Versammelten hat dir so viel genützt wie ich, der ich überall herumgegangen bin, um mir von einem Arzt ein Heilmittel für dich empfehlen zu lassen?" 

Als nun der Löwe befahl, dieses Heilmittel auf der Stelle zu nennen, antwortete der Fuchs: "Es besteht darin, dass du einem Wolf lebendig das Fell abziehst und dich darin hüllst, solange es noch ganz warm ist." Im Nu lag der Wolf niedergestreckt am Boden. 

Da sagte der Fuchs scheinheilig: "Man muss nicht üble, sondern gute Gesinnung bei den Herrschern erwecken." 

Lehre: 
Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein oder wer zuletzt lacht, lacht am besten.







Samstag, 24. Januar 2015

Fabeln von Aesop | Wer war Aesop und wo und wann lebte er?


Äsop (griechisch Αἴσωπος Aísōpos, latinisiert Aesopus, eingedeutscht Aesop, Aisop) war ein berühmter griechischer Dichter. Bei seinen Fabeln handelt es sich um mythische und säkulare kurze Geschichten, die als Gleichnisse in Erscheinung treten. 

Die angesprochenen menschlichen Schwächen wie Neid, Dummheit, Geiz oder Eitelkeit und die Stoffe und Figuren stammen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr in Griechenland. Handlungsträger sind Tiere, Pflanzen, Götter und bekannte Menschen seiner Zeit. Äsops Fabeln werten, urteilen und demaskieren zwar, vernichten oder verdammen aber nicht. Seine Geschichten waren in den mittelalterlichen Klosterschulen ein sehr häufig verwendeter Lesestoff. (Wikipedia)







Freitag, 23. Januar 2015

Der durchbohrte Adler | Doppelter Schmerz | Fabel von Aesop

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Ein Adler saß hoch oben auf einem Felsen und spähte nach Beute aus. Da schoss ein Bogenschütze nach ihm. Der Pfeil durchbohrte ihn und blieb in seiner Brust stecken, sodass der befiederte Schaft  noch herausragte. 

Diesen Schaft vor Augen sprach der Adler: "Das macht mir doppelten Schmerz, dass ich durch meine eigenen Federn sterben muss."

Lehre:
Doppelt schmerzt es, wenn man sich mit den eigenen Waffen geschlagen sieht!








Der Esel auf Probe | Gesellschaft | Fabel von Aesop

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Ein Mann kaufte einen Esel, aber nicht gleich endgültig, sondern machte mit dem Verkäufer eine Probezeit aus. 

Als er mit dem Esel in seinen Hof kam, wo schon mehrere Esel teils bei der Arbeit, teils bei der Abfütterung waren, ließ er ihn frei. Sogleich trottete der neue zu dem faulsten und gefräßigsten  Gefährten und stelle sich zu ihm an die Futterkrippe. 

Da legte ihm der Mann den Strick wieder um den Hals und brachte ihn dem bisherigen Besitzer zurück. "So schnell kannst du ihn doch gar nicht erprobt haben", wunderte sich der. "Oh, mir genügt, was ich gesehen und erfahren habe. Nach der Gesellschaft, die er sich ausgesucht hat, ist er ein übler Bursche!" 

Lehre: 
Gleich und gleich gesellt sich gern.







Donnerstag, 22. Januar 2015

Zitat von Aristoteles über das richtige Erkennen

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Wer recht erkennen will, muss zuvor in richtiger Weise gezweifelt haben.



Voraussetzung:  
... muss richtig denken!
... darf nicht voreingenommen sein!
... hat die richtigen Fragen zu stellen!









Die Eiche und das Schilfrohr | Anpassungsfähigkeit | Fabel von Aesop

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Eine Eiche und ein Schilfrohr stritten sich über ihre Stärke und Festigkeit. "Jeder Windhauch bewegt dich hin und her", sagte wegwerfend die Eiche zum Rohr. Dieses entgegnete kein Wort.

Nach einer Weile erhob sich ein heftiger Sturm. Der Eichenbaum stemmte sich ihm entgegen und wurde geknickt, während das Schilfrohr den Windstößen nachgab und unbeschädigt blieb.

Lehre:
Was sich biegt, wird nicht gebrochen!








Mittwoch, 21. Januar 2015

Der Wanderer und die Schlange | Falsches Mitleid | Fabel von Aesop

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Ein Wanderer fand im Schnee eine frosterstarrte Schlange und barg die Bewusstlose voll Mitleid an seiner Brust, um sie aufzuwärmen. Wieder zum Leben erweckt, lohnte die Schlange ihrem Wohltäter mit schnödem Undank, indem sie ihn biss. 

Sterbend sprach der Wanderer: "Mir geschieht recht. Was fiel mir auch ein, die falsche Schlange vom Tod zu erretten, statt sie zu erschlagen!"

Lehre:
Mitleid ohne Vernunft und Empathie kann tödlich sein.







Dienstag, 20. Januar 2015

Die Schildkröte und der Hase | Der Wettlauf | Fabel von Aesop

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Der Hase verspottete einst die Schildkröte wegen ihrer Langsamkeit. "Du magst ein Schnellläufer sein", entgegnete diese, "aber ich werde dich trotzdem im Wettlauf besiegen." -- "Mit dem Maul bist du vorne dran", antwortete der Hase, "aber probier's mal im Ernst, dann wirst du was erleben!" Der Wettlauf wurde vereinbart. Der Fuchs steckte die Bahn ab und sollte den Sieger verkünden. 

Unbekümmert um den Spott des Hasen machte sich die Schildkröte sogleich auf den Weg; der Hase aber, dem die Sache zu langweilig wurde, gedachte erst einmal ein Schläfchen zu halten. Dabei verschlief er gründlich und hatte es nun sehr eilig, ans Ziel zu kommen. Wie überrascht war er aber, die geschmähte Schildkröte dort vom Fuchs bereits als Siegerin ausgerufen zu finden.

Lehre:
Unterschätze nie deinen Gegner, denn wer zuletzt lacht, lacht am Besten.







Montag, 19. Januar 2015

Die beiden Frösche | Beharrlichkeit und Hoffnung | Fabel von Aesop

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Zwei Frösche, deren Tümpel die heiße Sommersonne ausgetrocknet hatte, gingen auf die Wanderschaft. Gegen Abend kamen sie in die Kammer eines Bauernhofes und fanden dort eine große Kanne Milch vor, die zum Abrahmen aufgestellt war. Sie hüpften sogleich hinein und ließen es sich schmecken. Als sie ihren Durst gestillt hatten und wieder ins Freie wollten, konnten sie es nicht: Die glatte Wand der Kanne war nicht zu bezwingen und sie rutschten immer wieder in die Milch zurück. 

So mühten sie sich viele Stunden vergeblich ab und ihre Schenkel wurden allmählich immer matter. Da quakte der eine Frosch: "Alles Strampeln ist umsonst, das Schicksal ist gegen uns, ich geb's auf!" Er machte keine Bewegung mehr, glitt auf den Boden des Gefäßes und ertrank. Sein Gefährte aber kämpfte verzweifelt weiter bis in die Nacht hinein. Da fühlte er den ersten festen Butterbrocken unter seinen Füßen, er stieß sich mit letzter Kraft ab und war im Freien.

Lehre: 
Beharrlichkeit führt stets zum Heil oder die Hoffnung stirbt zuletzt.







Sonntag, 18. Januar 2015

An die Deutschen | Frei nach Johann Wolfgang von Goethe

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Armes Volk! Kaum bist du frei,
so brichst du in dir selbst entzwei!
War nicht der Not, des Glücks genug?
Deutsch oder Bunt, du wirst nicht klug!

(Frei nach Johann Wolfgang von Goethe)








Samstag, 17. Januar 2015

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